Kurzanalyse der „Frühjahrsakademie“ 2022 des „IfS“

Vom 8. April bis zum 10. April wird in Schnellroda die sogenannte „Frühjahrsakademie“ zum Thema „Der Mensch“ stattfinden. Veranstaltet wird diese Akademie vom „Institut für Staatspolitik“ („IfS“) und erstmalig in Kooperation mit der „GegenUni“ und dem „Konflikt-Magazin“ [1]. Die „GegenUni“ ist ein Projekt des „Konflikt-Magazin“-Gründers Erik Ahrens und will im Wesentlichen eine Schulungsfirma der extremen Rechten sein. Um die Kopie des „IfS“ zu vervollständigen, gründete u.a. Erik Ahrens das „Konflikt-Magazin“.

Die „Frühjahrsakademie“ ist für 100 Teilnehmer*innen geplant [2]. In einem nach der ersten Ankündigung verfassten Artikel vom 08.03.2022 von Kubitschek ist allerdings von 120 Plätzen für Teilnehmer*innen die Rede [3]. Der Sonntag wird zudem ausschließlich „IfS“-intern belegt. Das bedeutet, dass Thor v. Waldstein, Erik Lehnert und Martin Sellner referieren werden [5].

Im Folgenden wird auf die Veranstaltungen eingegangen, bei denen bis zu diesem Zeitpunkt die Referent*innen (noch) unbekannt sind und dementsprechend (aktuell) nur spekuliert werden kann, wer referieren wird. Der Titel einer der Vorträge lautet einem Artikel von Kubitschek vom 03.03.2022 zufolge ​​​​​​​​​​​​​​“Anthropologie – eine Einführung“ [6]. Im Artikel vom 08.03.2022 wird dieser Vortrag anders bezeichnet und zwar als „Die große anthropologische Kontroverse“ [7]. Man kann aus guten Gründen vermuten, dass Erik Lehnert diesen Vortrag halten wird, da er 2006 zu Karls Jaspers und die „Philosophische Anthropologie“ promovierte [8]. Eine andere Vermutung ist der britische Theologe Edward Dutton, der aktuell „Referent“ der „GegenUni“ ist und sich selbst als „Anthropologe der Religion“ bezeichnet [9]. Seine Kontakte in die extreme Rechte in Deutschland, zu Neonazis weltweit und seine pseudowissenschaftlichen Ansichten machen ihn zu einem möglichen Referenten des „IfS“.
Außerdem wird es einen Vortrag zum Thema „Depressive Hedonie“ geben [10]. Die Vermutung ist, dass Nils Wegner dazu referieren wird. Wegner schrieb Mitte letzten Jahres einen Artikel für die „Sezession Nr. 101“ [11]. Dieser Artikel behandelt den britischen Kulturkritiker Mark Fisher und seiner Idee der „Depressiven Hedonie“.

Eine weitere Veranstaltung wird „Medientheorie und Propaganda“ sein [12]. Im „Sezessions“-Artikel vom 08.03.2022 wird diese Veranstaltung mit „Medientheorie und mündiger Mensch“ benannt [13]. Bislang wurde kein*e Referent*in genannt. Es ist aber zu vermuten, dass der „Identitäre“ Daniel Fiß referieren wird. Fiß führte für die „GegenUni“ ein Seminar zum Thema „Visuelle politische Kommunikation“ durch [14].
Im „Konflikt-Magazin“ wird außerdem ein Vortrag zum Thema „Gehlen und Adorno“ angekündigt. [15]. Dieser Vortrag fehlt in der ersten Ankündigung des „IfS“. Im Artikel des „IfS“ vom 08.03.2022 ist dagegen von einem „Literaturgespräch“ zu Gehlen von Lehnert und Kubitschek die Rede. Dieses Literaturgespräch soll als einer von fünf Vorträgen aufgezeichnet und veröffentlicht werden.

Angekündigt wird, dass die Köpfe hinter den Projekten „GegenUni“ und „Konflikt-Magazin“ (in beiden Fällen u.a. Erik Ahrens) ebenfalls referieren und sich mit einer bis jetzt unbekannten „AfD-Größe“ über die Chancen und Notwendigkeiten rechter Hochschulpolitik unterhalten werden [16]​​​​​​​. Die Vermutung liegt dabei nahe, dass diese „AfD-Größe“ Hans-Thomas Tillschneider sein könnte. Der AfD-Politiker pflegt rege Verbindungen zum „IfS“, dem dazugehörigen extrem rechten Spektrum und beteiligte sich auch schon in der Vergangenheit an Veranstaltungen des „IfS“.

Zudem wird ein Filmabend vom „IfS“ angekündigt. Der Film wird nicht genannt. Im „Konflikt-Magazin“ wird jedoch beschrieben, dass dieser Film das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie behandeln soll [26]. Hier bietet sich die Vermutung an, dass der „Identitäre“ Simon Kaupert („Unstille Medien“, „Filmkunstkollektiv“) einen Film produziert hat. Passenderweise war er mit der Kamera am letzten März-Wochenende mit der AfD und deren Jugendorganisation „Junge Alternative“ („JA“) im Reinhardswald in Hessen um gegen Windräder zu demonstrieren. Möglicherweise wurde das Video ausschließlich für den Youtube-Kanal der „JA“ und der „Akademie“ des „IfS“ produziert. Denkbar ist natürlich auch, dass ein halbwegs aktueller Kinofilm aufgewärmt werden soll. Christopher Nolans Film „Tenet“ bietet sich da an, ebenso beispielsweise der Film (als Anime oder Hollywood-Verfilmung) „Ghost in the shell“.

Nicht alle Referenten*innen sind zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Bekannt ist der Referent des Vortrags „Mensch und Ratio“. Diesen wird Thor von Waldstein abhalten [17]​​​​Zum Thema „Transhumanismus“ referiert der österreichische „IB“-Kader Martin Sellner [18]. Im „Konflikt-Magazin“ wird der Titel der Veranstaltung mit „Mensch, Übermensch, Transhumanismus“ anders angegeben als in der Veranstaltungsankündigung des „IfS“ [19]. Erik Lehnert hält einen Vortrag zu Oswald Spenglers Menschenbild [20]. Jonas Schick, Herausgeber der Zeitschrift „Die Kehre“ referiert zum Thema „Masse Mensch“ [21]. Zum Thema „Biopolitik“ wird einer der Köpfe der „GegenUni“ und dem „Konflikt-Magazin“ Erik Ahrens vortragen [22].

Es soll ein Vortrag zum Thema „Krieg in der Ukraine“ stattfinden [24]​​​​​​​Das „Konflikt-Magazin“ benennt diese Veranstaltung allerdings in einer früheren Veröffentlichung als das „IfS“ spezifischer unter dem Thema: „Der Ukrainekonflikt und die deutsche Rechte“ [25]​​​​​​​. Möglicherweise ist Kubitschek und Co in der Zwischenzeit das Eisen „Ukraine und die deutsche extreme Rechte“ zu heiß geworden und der Titel deshalb allgemeiner gefasst worden.

Der extremen Rechten werden wir selbstverständlich auch zu dieser „Akademie“ keine Ruhe lassen. Am 08.04.2022 wird es von uns organisierten Protest geben, denn wenn das „IfS“ zum Thema „Mensch“ einlädt, machen wir deutlich: Daran ist nichts Menschenfreundliches. Das „IfS“ muss zerschlagen werden – faschistische Propaganda musst überall bekämpft werden!

[1] „Sezession im Netz“, Literaturgespräch Gerd Gaiser und Akademie in Schnellroda, Götz Kubitschek, 01.03.2022, Stand: 23.03.2022
[2] ebenda
[3] „Sezession im Netz“, Der Mensch – eine Frühjahrsakademie, Götz Kubitschek, 08.03.2022, Stand: 23.03.2022
[5] ebenda
[6] „Sezession im Netz“, Literaturgespräch Gerd Gaiser und Akademie in Schnellroda, Götz Kubitschek, 01.03.2022, Stand: 23.03.2022
[7] „Sezession im Netz“, Der Mensch – eine Frühjahrsakademie, Götz Kubitschek, 08.03.2022, Stand: 23.03.2022
[8] „Sezession im Netz“, Erik Lehnert, Stand: 23.03.2022
[9] „GegenUni“, „Summer Semester 22 Seminar – Sociobiology“, Stand: 05.04.2022
[10] „Sezession im Netz“, Literaturgespräch Gerd Gaiser und Akademie in Schnellroda, Götz Kubitschek, 01.03.2022, Stand: 23.03.2022
[11] Wegner, Nils, Antinostalgie: Mark Fishers Werk, „Sezession“, 101/2021
[12] „Sezession im Netz“, Literaturgespräch Gerd Gaiser und Akademie in Schnellroda, Götz Kubitschek, 01.03.2022, Stand: 23.03.2022
[13] „Sezession im Netz“, Der Mensch – eine Frühjahrsakademie, Götz Kubitschek, 08.03.2022, Stand: 23.03.2022
[14] „GegenUni“, Wintersemester 2021/22 Seminar – Visuelle politische Kommunikation, Stand: 23.03.2022
[15] „Konflikt-Magazin“, Institut für Staatspolitik & konflikt laden zur Frühjahrsakademie, 05.03.2022, Stand: 23.03.2022
[16] „Sezession im Netz“, Literaturgespräch Gerd Gaiser und Akademie in Schnellroda, Götz Kubitschek, 01.03.2022, Stand: 23.03.2022
[17] „Sezession im Netz“, Der Mensch – eine Frühjahrsakademie, Götz Kubitschek, 08.03.2022, Stand: 23.03.2022
[18] ebenda
[19] „Konflikt-Magazin“, Institut für Staatspolitik & konflikt laden zur Frühjahrsakademie, 05.03.2022, Stand: 23.03.2022
[20] „Sezession im Netz“, Der Mensch – eine Frühjahrsakademie, Götz Kubitschek, 08.03.2022, Stand: 23.03.2022
[21] „Konflikt-Magazin“, Institut für Staatspolitik & konflikt laden zur Frühjahrsakademie, 05.03.2022, Stand: 23.03.2022
[22] ebenda
[23] „Sezession im Netz“, Der Mensch – eine Frühjahrsakademie, Götz Kubitschek, 08.03.2022, Stand: 23.03.2022
[24] ebenda
[25] „Konflikt-Magazin“, Institut für Staatspolitik & konflikt laden zur Frühjahrsakademie, 05.03.2022, Stand: 23.03.2022
[26] ebenda
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Rechte Netzwerke lahmlegen!

Rechte Netzwerke lahmlegen! 08.04.2022 - 17:30 Uhr - Schnellroda - www.ifsdichtmachen.noblogs.org

Rechte Netzwerke lahmlegen! 08.04.2022 – 17:30 Uhr – Schnellroda – www.ifsdichtmachen.noblogs.org

Aufruf: Menschenfeindlich, reaktionär, völkisch – Protest gegen die „IfS-Frühjahrsakademie“ in Schnellroda

Die Faschist:innen von „IfS“ („Institut für Staatspolitik“) wollen wieder einmal ihr rechtes Vernetzungstreffen in Schnellroda abhalten. Das Ganze nennen sie mit dem ihnen eigenen Pathos „Akademie“. Konkret heißt das: Um die 100 extrem Rechte werden sich im Saalekreis tummeln, um sich bei Social Media als Intellektuelle zu inszenieren und Götz Kubitschek, dem vermeintlichen Vordenker der „Neuen Rechten“, zu huldigen. Da in der letzten Zeit die Neuerungen doch arg begrenzt ausfielen und man sich lieber im möglichst engen Anlehnen an die sogenannten „Querdenker:innen“ versuchte, flüchtet man sich bei der Ankündigung der „Frühlingsakademie“ nun ins Allgemeine: „Der Mensch“ soll als Thema für die Frühlingsakademie vom 8. bis zum 10. April 2022 herhalten.

Neben Plattitüden ist vor allem Menschenfeindliches zu erwarten: So haben sich neben der üblichen „IfS“-Besetzung, die mal wieder dasselbe machen wird wie immer, auch diejenigen angekündigt, die sich als Erblasser der in der Bedeutungslosigkeit verschwunden „Identitären Bewegung“ sehen. Zu nennen ist hier das „Konflikt Magazin“, welches versucht Online-Abonnements zu verkaufen und sich als Debattenorgan für „IB“-Mitglieder und AfDler*innen sieht. Darüber hinaus wird die „GegenUni“ als Mitveranstalter aufgeführt, die eigentlich die „kulturelle Hegemonie“ an den Hochschulen erringen will, aber praktisch nur zahlungspflichtige Online-Kurse mit „Dozenten“ anbietet, die man auch aus unseriösen Telegram-Kanälen kennt. Allerdings kommt der Opfermythos inklusive, denn die fehlende faschistische Repräsentanz in den Bildungseinrichtungen gilt ihnen quasi als Ausweis einer Diktatur.

Trotzdem darf man das „IfS“ und die angeschlossenen Akteur:innen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Faschist*innen versuchen von Schnellroda aus bei jeder reaktionären Pseudo-Bewegung mitzumischen und bieten ideologisches Radikalisierungsmaterial im Überfluss an. Wer als „Querdenker“ schon zu wissen glaubte, dass der „Great Reset“ real ist, wird sich mit der „Große Umvolkung“ respektive dem „Großen Austausch“ ebenso wohlfühlen. Und diese Theorien sind darauf angelegt, den gewaltsamen Endkampf zu beschwören – eine Vorstellung, die notwendig für den mörderischen Rechtsterrorismus ist.

Auch der Ukraine-Krieg wird eine Rolle spielen. Eine Spaltung wird vom „IfS“ aber möglichst vermieden werden. So streben sie wohl an, die eigenen völkischen Ambitionen wahlweise auf den putinschen Krieg gegen den Westen oder die heroisch-nationale Selbstbehauptung der Ukraine projizieren. Dabei ist ohnehin klar, dass es nicht um die konkrete Situation vor Ort geht. Vielmehr versucht man alle Geschehnisse in eine mythologische Sichtweise zu packen. Dabei ist das Ziel des „IfS“ um Kubitschek trotz aller innerer Widersprüchlichkeit klar: Die Gesellschaft soll völkisch, homogen und „rein“ werden, was den faschistischen Umsturz erfordert.

Das „IfS“ hat also weiterhin das Potential, die ohnehin unmenschlichen Verhältnisse weiter zu verrohen. Gerade weil sie darauf spekulieren, sich staatliche Millionen und die damit verbundenen Anerkennung durch die faschistische AfD und ihre „Desiderius-Erasmus-Stiftung“ unter den Nagel zu reißen, versuchen sie ihre Position zu behaupten und geben noch nicht auf. Denn eines ist klar: Die Normalität einer faschistischen Stiftung könnte Kubitschek endlich die Aufmerksamkeit geben, die ihm inzwischen wieder völlig zurecht verwehrt wird.

Es geht darum, die extrem rechte Trümmertruppe nicht nur kritisch zu begleiten, sondern ihr das Handwerk zu legen. Wenn das „IfS“ zum Thema „Mensch“ einlädt, machen wir deutlich: Daran ist nichts Menschenfreundliches. Das „IfS“ muss zerschlagen werden – faschistische Propaganda musst überall bekämpft werden!

Hygieneregeln:
Wir befinden uns aktuell immer noch inmitten einer Pandemie. Es gilt solidarisch miteinander umzugehen: Haltet bitte nach Möglichkeit Abstand (1,50 Meter) zu den Menschen um euch herum und tragt einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske/FFP2-Maske) und entfernt euch, wenn ihr esst, trinkt oder raucht, ein Stück weit aus der Menge.
Nutzt außerdem wenn möglich eines der kostenlose Testangebote in eurer Nähe, negativ getestet demonstriert es sich am Besten!

Wann, Wo:
Protest in Schnellroda, am Freitag, den 08. April 2022 um 17.30 Uhr

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Bundespräsident*innenwahl 2022 – Dokumentation einiger Verbindungen des „Institut für Staatspolitik“ zur AfD

Am 13.02.2022 fand die Bundespräsident*innenwahl statt. Die AfD schickte dabei mehrere Personen zur Wahl, die Kontakte zum extrem rechten „Institut für Staatspolitik“ („IfS“), dem dazugehörigen „Verlag Antaios“ und der Zeitschrift „Sezession“/“Sezession im Netz“ aufweisen. Im folgenden Beitrag dokumentieren wir eine Auswahl an Personen mit Verbindungen zum „IfS“, die sich an der Wahl beteiligten:

Roger Beckamp, Mitglied des Bundestags (Mitglied des Bundestags, MdB), aus Köln schrieb 2019 einen Gastbeitrag für die „Sezession im Netz“ [1].

Ein prominenteres Beispiel: Alexander Gauland (MdB) aus Brandenburg. Ehrenvorsitzender der AfD und der AfD-Bundestagsfraktion, ehemaliger Bundessprecher und Fraktionsvorsitzender der AfD. Gauland referierte auf der „19. Winterakademie des IfS“ in Schnellroda zum Thema „Populismus und Demokratie“ [2]. Dieser Vortrag erschien in der „Sezession Nr. 88“ als Gastbeitrag [3]. Zudem erschien im „Verlag Antaios“ Gaulands Buch „Nation, Populismus, Nachhaltigkeit“ [4].

Auch Marc Jongen (MdB) aus Baden-Württemberg weist Verbindungen zum „IfS“ auf. In der Öffentlichkeit wird er als „Parteiphilosoph“ oder „Chefideologe“ der AfD bezeichnet. Jongen hielt zwei Vorträge für das „IfS“. Zum einen auf dem „5. Staatspolitische[n] Kongress: Leitkultur und Sezession“ zum Thema „Was ist und wozu brauchen wir Leitkultur?“ [5] und auf der „17. Winterakademie: Gewalt“. Thema seines Vortrags war „Migration und Thymosspannung“ [6]. Dieser Vortrag erschien in der „Sezession Nr. 76“ [7]. Außerdem hielt Götz Kubitschek mit Jongen ein Interview ab [8].

René Springer (MdB) aus Brandenburg schrieb für die „Sezession im Netz“ mit weiteren Autoren einen Gastbeitrag zur Rolle der AfD in Brandenburg [9].

Alice Weidel (MdB) aus Baden-Württemberg hielt auf der „20. Sommerakademie des IfS“ einen Vortrag zum Thema „Politik in Berlin“ [10]. Weidel ist wie Gauland ein ranghohes AfD-Mitglied. Sie war Spitzenkandidatin für die AfD zur Bundestagswahl 2021. Seit dem 30. September 2021 ist sie mit Chrupalla Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, seit dem 30. November 2019 stellvertretende Bundessprecherin der AfD und seit Februar 2020 Sprecherin des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg.

Harald Weyel (MdB) aus Nordrhein-Westfalen hielt auf der „19. Sommerakademie des IfS“ einen Vortrag zum Thema „Die verdammten Europas“ [11]. Ein gleichnamiges Buch von Weyel erschien mit einem Nachwort von Erik Lehnert [12]. Lehnert ist unter anderem Vereinsvorsitzender des „IfS“ (mehr siehe unten).

Björn Höcke, (Mitglied des Landtags MdL), aus Thüringen weist zahlreiche Berührungspunkte mit dem „IfS“ auf. Er ist Sprecher der AfD Thüringen und seit 2014 Fraktionsvorsitzender der AfD Thüringen. Bekannt ist er aufgrund seiner besonders rechten Position innerhalb der ohnehin extrem rechten AfD. Er war an der Gründung der extrem rechten Strömung „Der Flügel“ in der AfD beteiligt. Auf dem „3. Staatspolitischen Kongress des IfS“ hielt er einen Vortrag zum Thema: „Asyl – eine politische Bestandsaufnahme“ [13]. Für die „Sezession“ wurde er zusammen mit Stefan Scheil von Götz Kubitschek interviewt [14,15]. 2019 fand erneut ein Interview zwischen Kubitschek und Höcke unter dem Thema „Unruhe ist Pflicht“ für die „Sezession“ statt [16]. So auch 2020, diesmal zum Thema „Der Flügel“ innerhalb der AfD [17].

Erik Lehnert wurde auf einer Vorschlagsliste der AfD gewählt, um an der Bundespräsident*innenwahl teilzunehmen. Er ist Referent der AfD-Fraktion Brandenburg und im Bundestagsbüro des oben thematisierten Harald Weyel tätig. Lehnert ist Vereinsvorsitzender des „IfS“ und „wissenschaftlicher Leiter“. Er ist Lektor beim „Verlag Antaios“. Außerdem ist er Mitbegründer und Redakteur der „Sezession“. Dementsprechend lassen sich zahlreiche Bücher von Lehnert im „Verlag Antaios“ finden. Zudem ist er Verfasser etlicher Beiträge für die „Sezession“ und „Sezession im Netz“. Eine rege Beteiligung an den Veranstaltungen des „IfS“ lässt sich ebenso feststellen.

Andreas Lichert (MdL) aus Hessen ist ehemaliger Co-Vorsitzender des „IfS“. Lichert war am extrem rechten Wohnprojekt in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 des Hallenser Ablegers der „identitären“ „Kontrakultur Halle“ beteiligt. Im Kaufvertrag der Immobilie trat er als Bevollmächtigter des Käufers auf. Der Käufer war Helmut Englmann (Gründer der extrem rechten „Titurel-Stiftung“). Lichert trat danach weiter als Ansprechpartner für die Stiftung in Erscheinung. Für die „Sezession Nr. 78“ schrieb er einen Beitrag mit dem Titel „Die Abschaffung des Bargeldes“ [18]. Auf dem 2. und 3. „Staatspolitischen Kongress“ des „IfS“ führte Lichert die Begrüßung der Teilnehmer durch [19, 20]. Auf der „17. Sommerakademie des IfS“ referierte er zum Thema „Nach dem Brexit – scheitert TTIP oder kommt es durch die Hintertür?“ [21]. Lichert hielt beim „17. Staatspolitischen Salon des IfS“ in München den Vortrag „Herrschaft durch Wohlstandsillusion“ [22]. Als AfD-Politiker und Autor der „Sezession“ nahm er 2018 am Kongress „Verteidiger Europas“ in Aitersheim, Österreich des extrem rechten Veranstalters „Europäische[s] Forum Linz“ teil [23].

Thomas Thumm (MdL) aus Sachsen nahm 2020 an der Podcastreihe „Lagebesprechung“ des „Freilich Magazin“ teil [24]. Dieser Podcast findet in Kooperation mit der „Sezession“, „Ein Prozent“ und dem „Verlag Antaios“ statt.

Hans-Thomas Tillschneider (MdL) aus Sachsen-Anhalt, Mitglied der angeblich aufgelösten extrem rechten AfD-Gruppierung „Der Flügel“, hielt auf dem „10. Staatspolitischen Salon des IfS“ in Berlin bei der Berliner Burschenschaft „Gothia“ einen Vortrag unter dem Titel „Die Sorge der Orientalistik“ [25]. Für die „Sezession Nr. 65“ schrieb er einen Kurzbeitrag mit dem Titel „Vorsicht: Wertkonservative“ [26]. Außerdem wurde er in der „Sezession“ zur Niederlage Bernd Luckes interviewt [27]. Tillschneider nahm in der Folge 23 des „Podcast in Schnellroda“ teil [28]. Titel des Podcasts war „Am Rande der Gesellschaft« über Analysen, Beobachtungen und Gruppen“. Dabei waren Götz Kubitschek, Benedikt Kaiser, Ellen Kositza und eben auch Hans-Thomas Tillschneider anwesend.

Jan Moldenhauer (MdL) aus Sachsen-Anhalt, Mitglied des Stadtrates Magdeburg, nahm am „3. Staatspolitischen Salon in Halle“ teil. Dort hielt er einen Vortrag zum Thema „Vorbild Japan? Zuwanderungspolitik im Land der aufgehenden Sonne“ [29]. Moldenhauer nahm an der „19. Winterakademie des IfS“ teil. Dort war er beteiligt an einem Podium zum Thema „Fachkräftemangel und Volksauflösung – eine Debatte“ [30]. Auch in der  Zeitschrift „Sezession“ veröffentlichte er zahlreiche Beiträge. In der „Sezession Nr. 80“ schrieb er zum Thema „Die AfD der Wahl: Machtfragen, Richtungsdebatten, Strategiefindung“ [31]. In der „Sezession Nr. 82“ schrieb er zum Thema „Zuwanderungslegitimation und Flüchtlingsindustrie“ [32]. Für die „Sezession im Netz“ schrieb er 2019 einen Gastbeitrag zum Thema „Japan – Auf dem Weg zum liberalen Einwanderungsland?“ [33]. Im April 2020 schrieb er für den Weblog der „Sezession im Netz“ zum Thema „AfD – Flügelauflösungsbeschluss und Spaltungsdebatten“ [34]. Im Mai 2020 schrieb er abermals für den Weblog der „Sezession im Netz“ zum Thema „Pandemie, De-Globalisierung, Rückkehr der Nation“ [35]. Dieser Beitrag erschien auch in der „Sezession Nr. 97“ [36]. Zudem ist Moldenhauer Autor der „IfS“-Studie „Japans Politik der Null-Zuwanderung. Vorbild für Deutschland?“ [37].

Dass das extrem rechte „IfS“ Verbindungen zu relevanten Mitgliedern der AfD besitzt und diese Partei und deren Mitglieder ideologisch formt, stellt eine beunruhigende Tatsache dar. Diese Verbindungen weisen nach, dass das extrem rechte „Theorieorgan“ Einfluss bis in die Parlamente besitzt und es dadurch die Geschehnisse innerhalb derer zu einem gewissen Maß beeinflussen kann. Zudem lässt sich an dieser Vernetzung zwischen dem „IfS“ und der AfD erkennen, dass sich der Einfluss des „IfS“ nicht nur auf die „Neue Rechte“ beschränkt.

Diese Verbindungen zur AfD aufzudecken und dem „IfS“ keine Ruhe zu lassen, bleiben nach wie vor eine wichtige Aufgabe antifaschistischer Gruppen!

 

[1] „Sezession im Netz“, Ost und West (2) – Zwei Deutschlands, Roger Beckamp, 12.08.2019, Stand: 16.02.2022

[2] „Institut für Staatspolitik“, Gauland in Schnellroda – Populismus und Demokratie, 23.01.2019, Stand: 16.02.2022

[3] Gauland, Alexander: Populismus und Demokratie, „Sezession“ 88/2019

[4] siehe Onlineshop „Verlag Antaios“

[5] „Sezession im Netz“, Kongress in Schnellroda: Jongen, Krah und die 75. „Sezession“, Götz Kubitschek, 27.09.2016, Stand: 17.02.2022

[6] „Institut für Staatspolitik“, 17. „IfS“-Winterakademie in Schnellroda: »Gewalt«, 28.12.2016, Stand: 17.02.2022

[7] Jongen, Marc: Migration und Stresstraining, „Sezession“ 76/2017

[8] „Sezession im Netz“, Der Fall Wolfgang Gedeon – ein Austausch zwischen Marc Jongen und Götz Kubitschek, Götz Kubitschek, 30.06.2016, Stand: 17.02.2022

[9] „Sezession im Netz“, Alternative heißt: Es geht ganz anders., Springer/Berndt/Hornuf/Hohloch, 02.03.2021, Stand: 17.02.2022

[10] „Institut für Staatspolitik“, 20. „IfS“-Sommerakademie – Das politische Minimum, 04.07.2019, Stand: 17.02.2022

[11] „Institut für Staatspolitik“, 19. „IfS“-Sommerakademie – Die Zukunft Europas, 25.07.2018, Stand: 17.02.2022

[12] Kaiser, Benedikt, Was will eigentlich…Max Otte?, „Sezession“ 101/2021

[13] „Institut für Staatspolitik“, Ansturm auf Europa – Herbstkongress des „IfS“, 14.09.2015, Stand: 17.02.2022

[14] „Sezession im Netz“, Björn Höcke, Stefan Scheil und die AfD – ein Doppelinterview (1. Teil), Götz Kubitschek, 15.10.2014, Stand: 17.02.2022

[15] „Sezession im Netz“, Björn Höcke, Stefan Scheil und die AfD – ein Doppelinterview (Teil 2), Götz Kubitschek, 13.11.2014, Stand: 17.02.2022

[16] „Sezession im Netz“, “Unruhe ist Pflicht” – Höcke im Gespräch, Götz Kubitschek, 08.03.2019, Stand: 17.02.2022

[17] „Sezession im Netz“, »Über den Flügel hinaus« – ein Gespräch mit Björn Höcke, Götz Kubitschek, 21.03.2020, Stand: 17.02.2022

[18] Lichert, Andreas, Die Abschaffung des Bargeldes, „Sezession“ 78/2017

[19] „Institut für Staatspolitik“, 15 Jahre „Institut für Staatspolitik“ – Kongress am 13./14. Juni in Schnellroda, 19.05.2015, Stand: 17.02.2022

[20] „Institut für Staatspolitik“, Ansturm auf Europa – Herbstkongress des „IfS“, 14.09.2015, Stand: 17.02.2022

[21] „Sezession im Netz“, “Lage 2016” – Sommerakademie in Schnellroda!, Erik Lehnert, 11.08.2016, Stand: 17.02.2022

[22] „Institut für Staatspolitik“, 17. Staatspolitischer Salon: “Herrschaft durch Wohlstandsillusion”, 19.01.2017, Stand: 17.02.2022

[23] Internetseite „dahamist“, Andreas Lichert – Verteidiger Europas, 21.02.2018, Stand: 17.02.2022

[24] „Freilich Magazin“, Den Bürgern eine Stimme – Thomas Thumm im Gespräch, 20.05.2020, Stand: 17.02.2022

[25] „Sezession im Netz“, »Unvergleichbare Fremdheit« – Tillschneider über den Islam, Nils Wegner, 24.06.2015, Stand: 17.02.2022

[26] Tillschneider, Hans-Thomas, Vorsicht: Wertkonservative, „Sezession“ 65/2015

[27] „Sezession im Netz“, Tillschneider über die AfD nach Essen, die neue Einheit und eifrige Warner, Götz Kubitschek, 07.07.2015, Stand: 17.02.2022

[28] „Frei3“, #23 | »Am Rande der Gesellschaft« über Analysen, Beobachtungen und Gruppen, 08.10.2021, Stand: 17.02.2022

[29] „Institut für Staatspolitik“, 3. Staatspolitischer Salon in Halle/Saale am 15. Februar 2018: »Vorbild Japan? Zuwanderungspolitik im Land der aufgehenden Sonne« mit Dr. Jan Moldenhauer, 09.02.2018, Stand: 17.02.2022

[30] „Institut für Staatspolitik“, 19. „IfS“-Winterakademie – 18. bis 20. Januar 2019, 29.11.2018, Stand: 17.02.2022

[31] Moldenhauer, Jan, Die AfD der Wahl: Machtfragen, Richtungsdebatten, Strategiefindung, „Sezession“ 80/2017

[32] Moldenhauer, Jan, Zuwanderungslegitimation und Flüchtlingsindustrie, „Sezession“ 82/2018

[33] „Sezession im Netz“, Japan – Auf dem Weg zum liberalen Einwanderungsland?, Jan Moldenhauer, 10.04.2019, Stand: 17.02.2022

[34] „Sezession im Netz“, AfD – Flügelauflösungsbeschluss und Spaltungsdebatten, Jan Moldenhauer 02.04.2020, Stand: 17.02.2022

[35] „Sezession im Netz“, Pandemie, De-Globalisierung, Rückkehr der Nation, Jan Moldenhauer 06.05.2020, Stand: 17.02.2022

[36] Moldenhauer, Jan, Pandemie, De-Globalisierung, Rückkehr der Nation, „Sezession“ 97/2020

[37] siehe Onlineshop „Verlag Antaios“

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Save the Date! „Frühjahrsakademie“ des „IfS“

Save the date! "Frühjahrsakademie" 2022 des sogenannten "Institut für Staatspolitik"

Save the date! „Frühjahrsakademie“ 2022 des sogenannten „Institut für Staatspolitik“

Vom 8.-10. April 2022 wollen die Faschist*innen des sogenannten „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda eine „Frühjahrsakademie“ durchführen.

Merkt euch den Termin gerne vor, wir informieren euch auf allen unseren bekannten Kanälen über die geplanten antifaschistischen Aktionen.

Alerta Antifascista!

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Kollektiv „IfS dichtmachen“ bei den Bildungswochen 2022 von „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“

Bildungswochen 2022 von "Halle gegen Rechts" vom 14.-27. März

Bildungswochen 2022 von „Halle gegen Rechts“ vom 14.-27. März

Am Montag, den 14. März 2022 starten die zweiwöchigen „Bildungswochen gegen Rassismus“ unter dem Motto „Aufstehen! Einmischen! Handeln!“ von „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage„.

Es warten viele interessante Veranstaltungen auf euch und wir sind sowohl bei der Eröffnung am Steintor dabei, als auch mit einem Vortrag am 19. März mit dem Thema „Die faschistische Tradition der ‚Neuen Rechten'“.
Das Programm findet ihr unter www.bildungswochen.de

Hin da und sagt euren Freund*innen Bescheid!

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Bericht – Opfermythos IfS – verzweifelte Nazis bleiben gefährlich!

Vielen Dank an alle Antifaschist:innen, die mit uns wieder einmal mit uns nach Schnellroda gekommen sind und vielen Dank an die Anwohner:innen, die klare Position gegen Kubitschek und Co. beziehen!
Es hat sich gezeigt, dass unsere Analyse von der Krise des faschistischen IfS richtig war, denn bei der Sommerakademie war heute so gut wie nichts los, es werden etliche Plätze leer geblieben sein. Trotzdem war es wichtig, dass wir heute vor Ort waren und deutlich gemacht haben, dass das Dorf nicht den Faschist:innen gehört. Egal was im IfS stattfindet – es bleibt nicht unbeobachtet und nicht ungestört. Gemeinsam leisten wir Widerstand gegen die Vernetzung der extremen Rechten und gegen die Ideologie des rechten Terrors. Und wir kommen wieder bis das vermeintliche Institut ersatzlos aufgelöst ist. Wir sehen uns beim nächste Protest!

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Opfermythos IfS – verzweifelte Nazis bleiben gefährlich!

Seit Jahren gehört der Opfermythos, also die Erklärung wie sehr die Faschist*innen in Schnellroda verfolgt und verkannt würden, zum jammernden Grundtenor von Kubitscheks Abhandlungen. Bei dieser Akademie hat es aber eine neue Qualität erreicht, die mit der Krise des IfS zusammenhängt. Diese besteht darin, dass sowohl die ersehnte völkische Revolte ausbleibt als auch der Aufstieg in der AfD. So wurde IfS-Dauereröffner Lehnert aus der Desiderius-Erasmus-Stiftung (AfD-nahe Stiftung) rausgeschmissen und auch sonst blieb der große Durchbruch aus.

Deshalb geht es in der Ankündigung zur Sommerakademie auch nicht nur am Ende darum, wie schlimm Antifaschist*innen seien, sondern es fängt damit an, dass die “Lage 2021” allgemein beklagt wird: Alle seien verrückt geworden, die “Neue Rechte” sei müde und ausgebrannt und Angst mache sich breit. Damit wollte Kubitschek wohl nicht nur seinen Sommerurlaub rechtfertigen, sondern auch ein wahrscheinlich sehr lahmes Vortragsprogramm gegenüber andere verzweifelten Faschist*innen schmackhaft machen.

Die Diagnose ist klar: In den letzten Jahren ging man auf rechter Seite davon aus, dass es Bergauf geht. Geld, Einfluss, Homestories, Buchverkäufe, Podiumsdiskussionen, selbsternannte Leuchtturm-Projekte – der Terminkalender in Schnellroda war voll. Heute gibt es immer noch viel zu viele Menschenfeind*innen, faschistische Strukturen und einflussreiche rechte Propaganda, aber es hat Kubitschek und der “Neuen Rechten” eben noch nie gereicht, dass Geflüchtete im Stich gelassen und in die Tod getrieben werden – dort ging es immer um den faschistischen Umsturz, der ihnen in der gewünschten Form aber nicht einmal mehr in Sachsen-Anhalt greifbar scheint.

Das sorgt aber leider nicht dafür, dass wir unsere Aufmerksamkeit vom IfS ablenken lassen sollten: Denn auch wenn es dort zum Glück lange nicht so schlecht lief, so weist die Ankündigung der Sommerakademie doch selbst auf die Gefahr verzweifelter Nazis hin: Die faschistische Hoffnungslosigkeit hat sich – angeheizt von genau den Werken der Neuen Rechten aus Schnellroda – schon viel zu oft in eine konkrete Tat verwandelt. Die Option wird sogar angedeutet: Wieso nicht losziehen und gegen den “unsichtbaren Feind” kämpfen? Die Folge dieser Überzeugung kennen wir: Rechter Terror in Halle, in Christchurch, in Oslo, Utoya und an vielen weiteren Orten.

Auch deshalb rufen wir zur antifaschistischen Demonstration am 17.09.2021 um 17:30 Uhr in Schnellroda (Saalekreis) auf. Kommt mit und sorgt dafür, dass die Faschist*innen sich nicht ungestört ihren potentiell tödlichen Untergangsfantasien hingeben, sich vernetzen und weiter ideologisieren können! Kämpft mit uns dafür, dass Schnellroda kein sicherer Ort für rechte Propaganda ist!

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IfS vernageln – Kein Tag der offenen Tür für rechten Terror

Am 24. und 25. Juli veranstaltet das „Institut für Staatspolitik“ (IfS) sowie sein Umfeld einen sogenannten „Tag der offenen Tür in Schnellroda“. Im Prinzip wird diese Veranstaltung wie eine der sonst in Schnellroda stattfindenden Akademien sein. Stattfinden sollen Podiumsdiskussionen, Vorträge, Buchvorstellungen sowie einige weitere Dinge, gewohnte Inhalte, wie sie auch bei den Akademien zu finden sind und die auch wie dieser „Tag der offenen Tür“ hauptsächlich als Vernetzungspunkt und Verkaufsveranstaltung dienen sollen.
Eingeladen werden beispielsweise Martin Sellner, Kopf der „Identitären Bewegung Österreich“ oder auch Martin Lichtmesz, die üblichen Verdächtigen also.

Nicht viel Neues in Schnellroda, könnte man meinen. Allerdings gibt es durchaus Neuigkeiten.

Im vergangenem Jahr jährte sich die Gründung des „Institut für Staatspolitik“. Ende November 2020 erschien dazu das Buch „Lagedenken – 20 Jahre Institut für Staatspolitik“. Finden lässt sich dort eine Chronik, wo zahlreiche Veranstaltungen der letzten Jahre aufgelistet sind und einige Texte. Mit diesem Buch will man die Bedeutung des selbsternannten Instituts hervorheben. Im Übrigen verrät Kubitschek dabei, was er von wissenschaftlichem Arbeiten hält. So schloss er ein Promotionsprojekt nicht ab, da ihn daran seine Aversion gegenüber dem wissenschaftlichen Betrieb hinderte. Laut Kubitschek werde die akademische Arbeit überbewertet. Gut, dass jemand, der eine Abneigung gegenüber akademischer Betätigung verspürt, ein selbsternanntes Institut mitbegründet, welches sich genau dies auf die Fahne schreibt.
Im Allgemeinen bestätigen sich bei der Auseinandersetzung mit dem Buch zuvor getroffene Aussagen zum „IfS“. Mit bürgerlicher Maske, angeblich wissenschaftlichen Methoden und auch wieder mit bedacht eingesetzter Selbstverharmlosung werden völkische Ideen sowie verschwörungsideologische Ansätze, wie der bereits erwähnte „Große Austausch“, verbreitet.
Verschweigen sollte man auch nicht, dass durch dieses Buch gewisse finanzielle Ressourcen zusammen kommen werden und somit weitere Projekte des „Verein für Staatspolitik e.V.“ finanziert werden.

Nun wird auch, neben dem „Institut für Staatspolitik“, der Verlag „Antaios“ vom Verfassungsschutz als sogenannter „Verdachtsfall“ betrachtet.
Kubitschek und andere Akteure des IfS reagierten auf diese Gegebenheit mit einer Mischung aus Selbstverharmlosung und persönlicher Gekränktheit. Kubitschek empörte sich darüber, dass „vorbildliche Familienväter“ und „Leute mit abgeschlossenem Studium, mit Militärdienst“ als Verdachtsfall eingestuft werden. Stellt man allerdings diesem Selbstbild verschiedene Begebenheiten entgegen, so erkennt man, dass es zur Täuschung dienen soll, um sich selbst und sein Umfeld zu schützen.
Zum einen wäre da die Rhetorik eines kommenden gesellschaftlichen Zusammenbruchs, der anbrechende Endkampf, wobei es nach einem Endkampf zu einer Wiedergeburt der Gesellschaft im Sinne der „Neuen Rechten“ kommen soll. Diese Vorstellung ist im übrigen fester Bestandteil faschistischer Ideologie. Diesbezüglich äußerte sich Kubitschek in einem Interview, wenn er sagt, dass „Gequatsche nicht mehr helfe“. Als Konsequenz dieser Aussage ergibt sich folgerichtig die „rettende Tat“, um die als dekadent und als Irrweg charakterisierte demokratische Gesellschaft letztlich abzuschaffen. Beispielsweise erachtete Kubitschek die Aufläufe der sogenannten Kritiker*innen der Corona-Maßnahmen zeitweise als Zeichen eines kommenden Umbruchs. Darüber hinaus gelang es dem IfS und seinen Protagonist*innen im Laufe der Pandemie weitgehend nicht, eine klare, zusammenhängende Position zur Thematik der Corona-Proteste zu entwickeln.
Kubitschek meinte ferner auf einer PEGIDA-Versammlung in jüngerer Vergangenheit: „Gut, dass es jetzt kracht.“ Nun stellt sich die Frage, wie gut es denn Kubitschek fand, wenn es dann mal wie am 09. Oktober 2019 in Halle richtig kracht, als ein rechtsradikaler Attentäter einen antisemitischen, antifeministischen und rassistischen Terrorakt startete und schlussendlich zwei Menschen tötete, weitere Personen verletzte sowie den Versuch unternahm, an Jom Kippur in der Hallenser Synagoge möglichst viele Jüdinnen*Juden zu töten. Als ideologischer Überbau diente dem Täter von Halle, wie auch zuvor dem Attentäter von Christchurch, die neurechte Verschwörungserzählung des „Großen Austauschs“. Als ideologische Grundlage dieser Verschwörungserzählung dient nicht zuletzt das Buch „Le grand replacement“ des französischen Faschisten Renaud Camus. Im von Kubitschek verantworteten Antaios-Verlag erschien 2016 eine deutsche Übersetzung des Originalwerks unter dem Namen „Revolte gegen den großen Austausch“. Wer Fakten gegen dieses Selbstbild von Kubitschek und Anhang finden will, findet sie zahlreich.
Das politische Ziel der ideologischen Programmatik des IfS brachte Kubitschek 2006 in der Sezession unter dem Artikelnamen „Provokation“ letztlich selber prägnant auf den Punkt: „Unser Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform, nicht ein mitreden, sondern eine andere Sprache, nicht der Stehplatz im Salon, sondern die Beendigung der Party.“

Das „Institut für Staatspolitik“, die Sezession und der Verlag-Antaios stellen folglich weiterhin eine Bedrohung dar. Als vermeintlich erhabene Rechte stilisiert man sich als Avantgarde des kommenden Endkampfs. Man wünscht sich die alles entscheidende Schlacht, in der die als „Party“ denunzierte demokratische Gesellschaft enden soll, welche von Neurechten als dekadenter Irrweg betrachtet wird. Auch wenn sich die sogenannte neue Rechte derzeit aus verschiedenen Gründen in einer Krise zu befinden scheint, darf nicht verkannt werden, dass sie als selbst verstandene Elite weiterhin den theoretischen Überbau für konkrete Taten formt. Ihr Wunsch ist eine Welt, die in autoritäre Ethnokollektive unterteilt ist, wobei diese autoritären Gemeinschaften aus allerlei regressiver Ideologie und Ressentiments zusammengehalten werden. Dieser alptraumhaften Zukunftsvision werden wir auch am 25.07.2021 von 13 Uhr bis 15 Uhr vor dem Schäfchen in Schnellroda unter dem Motto „IfS vernageln – kein Tag der offenen Tür für rechten Terror“ entgegentreten!

Hygieneregeln:
Wir befinden uns aktuell immer noch inmitten einer Pandemie. Es gilt solidarisch miteinander umzugehen: Haltet bitte nach Möglichkeit Abstand (1,50 Meter) zu den Menschen um euch herum und tragt einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske/FFP2-Maske) und entfernt euch, wenn ihr esst, trinkt oder raucht, ein Stück weit aus der Menge.
Nutzt außerdem wenn möglich eines der kostenlose Testangebote in der Stadt, negativ getestet demonstriert es sich am Besten!

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Newsletter „Götzen-Dämmerung“ Frühjahr 2021


Der bereits Anfang dieses Jahres von uns veröffentlichte erste Beitrag, zugehörig zu einer Reihe, die sich mit der hauseigenen IfS-Chronik „Lagedenken – 20 Jahre Institut für Staatspolitik“ auseinandersetzt, ist nun auch im Newsletter-Format erschienen und wurde zugleich in Schnellroda, dem Sitz des sogenannten „Institut für Staatspolitik“ verteilt. Besonders beleuchtet wird dabei der Beitrag von Götz Kubitschek, welchen er „Von Bedeutung“ getauft hat. In diesem Beitrag entblättert der Kleinverleger eigenständig sein selbstgewähltes Bild vom intellektuellen Strategen der 
Neuen Rechten und unterstreicht dabei die Feststellungen seiner Gegner*innen. Das selbsternannte Institut nutzt pseudowissenschatliche Methoden sowie systematisch eingesetzte Verharmlosung. Mit pathetischen Stilmitteln werden reaktionäre Anschauungen, wie beispielsweise das verschwörungsmythologische Erklärungsmuster des „Großen Austausch“, die eben auch ganz reale terroristische Gewaltakte wie in Halle im Jahr 2019 legitimieren können, verbreitet. Schlussendlich verbucht Kubitschek dann immer dort die vermeintlichen Erfolge des sogenannten „Institut für Staatspolitik“ für sich, wo er selbst gar nichts oder wenig beigetragen hat. 

Wir wünschen eine erkenntnisreiche Lektüre und verweisen an dieser Stelle auf den bereits veröffentlichten Beitrag auf unserem Blog: Götzen-Dämmerung

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Redebeitrag – NO DISCUSSION! – 22.05.2021 – Thale

Wir sind das Kollektiv „IfS dichtmachen“ und befassen uns insbesondere mit dem sogenannten Institut für Staatspolitik sowie den weiteren neurechten Strukturen um Götz Kubitschek und co. Zwar sind diese im kleinen Ort Schnellroda im Saalekreis ansässig, doch reichen die Netzwerke und Einflusssphären weit darüber hinaus.
Deshalb möchten wir hier in Thale die Verbindungen zwischen dem IfS und der rechten Szene im Harz thematisieren. Dabei geht es keineswegs nur um die ideologischen Einflüsse, die auf die großen Mengen an Publikationen aus Schnellroda zurückzuführen sind. Denn auch personell gibt es viele Verbindungen, auf die ein antifaschistischer Blick geworfen werden muss.
Das Institut für Staatspolitik mit den quasi dazugehörigen Publikationsorganen Sezession und Verlag Antaios ist nämlich nicht nur eine – angeblich wissenschaftliche – Denkfabrik für die sogenannte Neue Rechte, auch wenn die Akteur:innen das gern so darstellen. Mindestens genauso wichtig wie die Ideologieproduktion bzw. -reproduktion ist die Funktion als Knotenpunkt für Netzwerke der Neuen Rechten. Sowohl die sogenannten Akademien, die regelmäßig in Schnellroda stattfinden, als auch die zahlreichen, langjährigen Kontakte Kubitscheks in die rechtsradikale Szene hinein, haben dazu geführt, dass das IfS regional, deutschland- und europaweit nicht mehr aus der Neuen Rechten wegzudenken ist.
Doch welche Verbindungen lassen sich nun zur rechten Szene im Harz fassen?
Zunächst sind die AfD und die Identitäre Bewegung zu nennen. Es ist mittlerweile bis in das bürgerliche Spektrum hinein bekannt, dass viele der Inhalte und Strategien der AfD auf das IfS zurückzuführen sind und es eine enge Zusammenarbeit gibt. Die Identitäre Bewegung wurde sogar maßgeblich von Götz Kubitschek entwickelt und initiiert. Auch wenn sie inzwischen an Bedeutung verloren hat, gibt es dennoch weiterhin aktive Kader und auch ehemalige Kader haben ihrer rechten Gesinnung nicht abgeschworen. Dass die Identitären im Harz noch einigermaßen aktiv sind, zeigt sich z. B. an regelmäßigen Teilnahmen an Protesten gegen die Corona-Maßnahmen im Ostharz.
Eng verknüpft mit der IB ist die Initiative „Ein Prozent für unser Land“. Im Harz tritt diese vor allem im Rahmen des Projektes „Netzwerk Landraum“ auf, welches versucht Spenden und Investitionen für völkische Siedlungsprojekte zu akquirieren. Wie viel Geld bislang
zusammengekommen ist und wo es hingeflossen ist, ist unklar. Allerdings finden sich
passenderweise viele Sticker der Kampagne in Wienrode, einem Ortsteil von Blankenburg.
Dort ist seit 2009 die Gruppe „Weda Elysia“ ansässig, die der Anastasia-Bewegung und damit der völkischen Siedlerszene angehört. Ein weiteres Wohnhaus der Gruppe befindet sich in Timmenrode, in Quedlinburg und Pansfelde gibt es ebenfalls Projekte. Zwar hat die Gruppe um das Gründungspaar Maik S. und Aruna P. noch kein „Familienlandsitz“ genanntes Gehöft für die völkische Gruppe einrichten können, dennoch gibt es einige andere besorgniserregende Vorhaben, wie die Renovierung einer ehemaligen Dorfkneipe, die zu einem Veranstaltungshaus namens Haus Lindenquell umgebaut worden ist. Hier ist eine Strategie erkennbar, die typisch für die Neue Rechte ist: nach außen hin will man friedlich, bürgerlich und engagiert wirken – um so einen Fuß in der Tür zu haben für radikalere Positionen. In letzter Zeit nehmen Mitglieder der Gruppe an den großen Protesten gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen teil und zeigen dabei eine Nähe zum rechtsradikalen Nikolai Nehrling.
Die Gruppe „Weda Elysia“ richtet regelmäßig Volkstanz- und Julmarkt-Veranstaltungen aus, vor allem in Wienrode und Reddeber. Dabei offenbaren sich rechtsradikale Tendenzen z.B. im Liedgut: unter anderem werden nämlich nationalsozialistische Lieder und Gedichte zum Besten gegeben.
Hierbei spielt der sogenannte Neofolk eine tragende Rolle. Neofolk wurde von der IB verstanden als rechte Alternative zum Pop und auch in der Sezession finden sich Lobeshymnen auf diese achso alternative Musikrichtung – natürlich konnte niemand außerhalb der Szene nennenswerten Erfolg damit verbuchen, aber innerhalb der rechten Szene nahm damit die Bedeutung zu. So war die Neofolk-Sängerin mit dem Künstlernamen „Stimme der Heimat“ vormals bei den Identitären aktiv und steht nun der Gruppe „Weda Elysia“ nahe. Inhaltlich gibt sich der Musikstil naturnah, ist jedoch hauptsächlich anti-modernistisch, völkisch, neuheidnisch – und basiert oft auf NS-Liedgut. Damit ist diese Musik wie für die Ziele der Neuen Rechten geschaffen: sie stellt sich als etwas Neues dar, das sich gegen die Moderne stellt – und transportiert dabei, möglichst unterschwellig, faschistisches Gedankengut. Zu der sachsen-anhaltischen Neofolk-Szene gehört der Sänger Uwe Nolte, der schon lang aktiv ist und viele Kontakte hat, zum NSU-Umfeld, zur ehemaligen Kontrakultur Halle, zu Götz Kubitschek.
Er ist Teil des Neofolk-Kollektivs „Orphischer Kreis“ und nahm z. B. an einem Konzert anlässlich der Wintersonnenwende 2019 in der Kreuzmühle in Rübeland teil. Dort war auch die rechtsradikale, neuheidnische Gruppe „Wölfe Nordland“ bzw. „Wolfskult“ aktiv, welche sich auf die internationale „Operation Werewolf“ bezieht. Auch in Questenburg wurden 2019 Mitglieder der „Wölfe Nordland“ zusammen mit Mitgliedern des „Orphischen Kreises“, unter anderem Uwe Nolte, beobachtet. In diesem Dorf im Südharz befindet sich der sogenannte Questenbaum, ein geschälter Eichenstamm mit aufgesetztem Kranz, der in Verbindung mit germanischer Mythologie gesetzt wird – natürlich ohne wirklich fundierten Hintergrund – und jedes Jahr beim Pfingstfest Mittelpunkt eines pseudogermanischen Rituals wird. Neben Nolte unterstrich auch die Anwesenheit des Hallenser IB-Kaders Torsten G. eine Nähe zu Halle und Schnellroda.
Erschreckend ist, dass bei diesem Fest in Questenburg die Dorfbewohner:innen Seite an Seite mit den extrem rechten Neuheid:innen feiern, und dass Jens Lange, der aus Noltes Umfeld stammt, für die AfD in den Ortschaftsrat gewählt wurde. Er saniert aktuell eine alte Dorfschule, die zu einem rechten Veranstaltungsort werden soll und leitet außerdem das Wahlkreisbüro für Björn Höcke. Uwe Nolte, der wie gesagt ein Bekannter Kubitscheks ist und enge Kontakte mit der Hallenser IB pflegte, weist darüber hinaus Verbindungen zu der völkischen Gruppe „Junge Landsmannschaft Ostdeutschland“ auf. Ein Zentrum dieser Gruppe ist der Harzhof in Steinbrücken, Abberode, im Südharz. Claudia S., die Frau des Gruppenchefs Christian S., gehört Noltes Umfeld an und widmete dem damals flüchtigen NSU-Trio ein Lied. Bei dieser Gruppe war neben dem Neonazi-Urgestein Steffen Hupka auch Götz Kubitschek bereits zu Gast.
Eine weitere direkte Verbindung findet sich beim ehemaligen IB-Kader Armin Ernst D., der, bevor er 2018 zu einer rechten öko-esoterischen Familie im Nordharz zog, in Schnellroda bei Kubitscheks wohnte.
Die älteren Kinder von Ellen und Götz Kubitschek wurden bereits mehrmals bei „Volkstanz“- Festen beobachtet, allerdings noch nicht im Harz – aber hieran zeigt sich erneut, dass die Kubitschek-Familie der Ideologie der völkischen Siedler:innen positiv gegenüber steht.
Es fällt also auf, dass insbesondere Festveranstaltungen mit Tanz und Neofolk-Musik sowohl IB-Kader, die mittlerweile oft eigene Familien haben, als auch die völkische Szene, wie z.B. Artgemeinschaftsgruppen, anlocken – diese scheinbar harmlosen Events fungieren also als Zusammenkünfte, wo sich verschiedene rechte Kleinstszenen miteinander austauschen und vernetzen können.
Dabei ist nicht verwunderlich, dass dies von Kubitschek gutgeheißen und unterstützt wird: denn er vertritt die von ihm als „Mosaik-Rechte“ bezeichnete Strategie. Dabei geht es darum, dass nicht jede rechte Strömung ein deckungsgleiches Weltbild vertreten muss, sodass keine ideologischen Konflikte ausgetragen werden brauchen, solang es sich eben um eine rechte Ideologie handelt. Und die verschiedenen Siedlungsgruppen verfolgen viele der Kernideen von Kubitschek und co., wie bspw. reaktionäre, extrem rechte Familienmodelle, die die „Reinheit“ und den Fortbestand des deutschen Volkes aufrecht erhalten sollen. Um in das bürgerliche Spektrum hinein zu agitieren und gleichzeitig Orte zur Vernetzung zu schaffen, sollen eigens sanierte Immobilien und volksfestartige Veranstaltungen genutzt werden.
Für uns Antifaschistinnen und Antifaschisten heißt das in der Konsequenz: ob im Harz, in
Schnellroda oder sonst wo – völkischen Strukturen den Kampf ansagen!

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