Neonazi-Treffen in Thüringen: Antaios, Jungeuropa, Nius und NSU-Unterstützer

In der Nähe von Altenburg fand am 2. Mai ein faschistisches Treffen des „Jungeuropa-Verlags“ (JV) statt. Der Verlag ist praktisch eine Ausgründung aus dem Umfeld der um Schnellroda gruppierten „Neuen Rechten“ (1). Etliche Autoren des JV schreiben auch für den „Verlag Antaios“ von Götz Kubitschek, sind auf zahlreichen anderen extrem rechten Plattformen vertreten und arbeiten für die AfD bzw. pflegen engste Kontakte mit AfD-Spitzenpolitiker*innen.

Das sehen wir auch bei den Referenten, die im Programm angekündigt wurden. Volker Zierke, den wir in unserem letzten Text behandelt haben (2), und Benedikt Kaiser („Nationalen Sozialisten Chemnitz“) sollten dort die Intellektuellen markieren, wobei Kaiser letztlich ein von der AfD bezahlter Dauerschreiber ist, der eine inhaltliche Tiefe suggerieren soll, welche bei nährerer Betrachtung seiner Texte aber nicht mehr zu finden ist. Kaiser ist natürlich langjähriger Antaios-Autor.

Auch angekündigt wurde Philip Stein, was vor dem Hintergrund albern ist, dass Stein den Verlag gegründet hat und selbst Multifunktionär in der „Neuen Rechten“ ist. Er war Pressesprecher der „Deutschen Burschenschaft“ (DB), deren weitere Faschisierung er betrieben hat, außerdem Funktionär der „Identitären Bewegung“ (IB) und Leiter von „Ein Prozent für unser Land“, wo er u.a. Geld für rassistische Leuchtturmprojekte der Faschist*innen sammeln wollte (3). Im Zuge seiner ständigen Funktionsübernahmen wurde er dann auch zum JV-Gründer, zu dem einige Antaios-Autoren geschickt wurden, um sich noch einmal jung und unverbraucht zu geben.

Andere Schnellroda-Funktionäre haben vielleicht keinen eigenen Verlag, aber dafür wenigstens eine eigene Zeitschrift bekommen: So versucht Jonas Schick mit seinem Projekt „Die Kehre“ sich an einer völkischen Ökologie, die fehlende Faktenorientierung mit Esoterik wettzumachen sucht, um an das heiße Thema – also die Realität der Klimakatastrophe und die rechte Leugnung dieser – nicht rangehen zu müssen.

Für die deutsche Vergangenheit ist bei dem Treffen wohl der AfD-Politiker Stefan Scheil zuständig, der wenig überraschend ebenfalls ein Dauerabo für Schnellroda hat. Bei ihm geht es darum, dass das Deutsche Reich 1939 den Vernichtungskrieg gar nicht wirklich gewollt habe und eigentlich ja auch die Überfallenen Schuld tragen würden. Diese klassische Geschichtslüge macht Scheil zu einer wichtigen Person – zumindest in der Szene des rechtsradikalen Geschichtsrevisionismus.

Auch Dušan Dostanić ist ein häufiger Gast in Schnellroda und als Faschist aus Serbien europaweit gut vernetzt. Wir haben uns bereits im August 2018 mit ihm beschäftigt, wobei sich seitdem nichts geändert hat. Damals besuchte er die Sommerakademie des Institut für Staatspolitik und es war von Folgendem auszugehen: „Identitäres Geschwurbel, beständige Vernetzung, Sympathie für die reaktionärsten Zustände und eine Lust auf die Wiederholung des historischen Faschismus: Es gibt also wenig Neues bei dieser Akademie.“ (4)

Der Referent Jörg Bernig hat mindestens sechs Bücher beim Antaios-Verlag veröffentlicht und schreibt für die Schnellroda-Zeitschrift „Sezession“. Außerdem wird er von der „Edition Buchhaus Loschwitz“ verlegt. Der Verlag gehört Susanne Dagen (war laut Berichten selbst dort), die u.a. mit Kubitschek und Co. die faschistischen „Buchmesse“ in Halle (Saale) organisiert (5). Beim JV wird sich vorgestellt, dass er zur neuen extrem rechten Literatur gehören würde, weshalb er zum Thema „Rechte Autoren und die literarische Welt“ befragt wurde.

Als weiterer angekündigter Teilnehmer ist der AfD-Politiker Zacharias Schalley (MdL in NRW) zu nennen, der bis jetzt eher unauffällig geblieben ist, allerdings aufgrund seiner extrem rechten Einstellung schon gerichtlich bescheinigt bekommen hat, dass er nicht zuverlässig genug ist, eine Schusswaffe zu besitzen. Er gehört zu den Kreisen der „Neuen Rechten“ vor allem, weil er Burschenschafter ist und als solcher Teil der faschistischen DB, die große Teile des AfD-„Vorfelds“ stellt (6). Er saß mit dem bereits erwähnten Jonas Schick auf einem Podium mit dem Titel „Technologie, Fortschritt, Konkurrenz: Wie viel Ökologie können wir uns leisten?“. Außerdem war dort Johannes Konstantin Poensgen vertreten, der ebenfalls zu den Stammgäst*innen in Schnellroda gehört und seit 2016 regelmäßig für die „Sezession“ schreibt (7).

Zuletzt ist noch Jens Winter zu nennen, der einen Erik-Ahrens-Speedrun durchzuführen scheint. Das heißt konkret, dass er – wie Ahrens – für kurze Zeit in der linken Szene aktiv war, sich hier als besonders kritisch inszenierte, um dann über einige Zwischenstationen bei offenem Faschismus anzukommen. Während Ahrens schon wieder ganz woanders ist (und selbst von sich sagt, ausgestiegen zu sein), ist Winter gerade einer der Hetzer von Nius. Den „liberal-konservativen“ Anstrich hat er allerdings schon längst abgelegt, statt um Freiheit oder „irgendwas gegen Woke-Links“ geht es Winter nur noch um das „eigene Volk“, welches z.B. im Zweiten Weltkrieg schrecklich gelitten habe. Wörtlich wirft Winter einem anderen Rechten, der die Bombardierung Dresdens unter Berücksichtigung der deutschen antisemitischen Massenverbrechen nicht besonders betonen will, vor: „Es sind Leute gestorben, Ben, unsere eigenen. Keine Soldaten. Frauen, Kinder. Dass es Leute gibt, die nur über die Opfer schreiben, liegt 80 Jahre später in erster Linie an Leuten wie dir, die nur über Täter sprechen und keine Empathie für ihr Volk besitzen.“ (Quelle: X) Stand jetzt erscheint Winters Buch noch im XS-Verlag, der sich auf Marx, Adorno und Horkheimer beruft, aber bis jetzt nicht verdächtig war, beim Dresdner „Gedenken“ mitzumarschieren.

Diese Empathie für das „eigene Volk“ konnte Winter in der Nähe von Altenburg am 2. Mai ausleben. Mit zahlreichen AfD-Politiker*innen wie mutmaßlich dem antisemitischen Burschenschafter Dominik Kaufner (8) und den üblichen Stars der „Neuen Rechten“. Die Thüringer Abgeordnete Katharina König-Preuss spricht zurecht davon, dass „circa 200 Neonazis und Vertreter extrem rechter, darunter auch militanter Strukturen“ zusammengekommen seien. Es sei „besonders alarmierend, dass an diesem bundesweiten Vernetzungstreffen nicht nur militante Neonazi-Strukturen, Unterstützer des NSU-Kerntrios und Akteure gewaltbereiter extrem rechter Netzwerke“ teilgenommen hatten, sondern ebenso „AfD-Abgeordnete und Mitarbeitende (…). Wenn sich Vertreter militanter Neonazi-Netzwerke und Abgeordnete der AfD gemeinsam treffen, darf dies keine beiläufige Randnotiz sein.“ (9) Dem ist zuzustimmen – und damit ist auch alles über die Akteur*innen gesagt, die mit keine klare Kante zeigen, wenn diese faschistische Vernetzung auftritt.

Die nächste Gelegenheit, um den gemütlichen Auftritt dieser Leute zu versauen, findet sich übrigens am 11. Juli in Schnellroda, wo der Verlag Antaios zum Sommerfest einlädt.

Verweise:
(1) https://ifsdichtmachen.noblogs.org/post/2019/03/15/zu-den-rechtsextremen-verlagen-bei-der-werkstatt-europa-16-03-2019-hallesaale/
(2) https://ifsdichtmachen.noblogs.org/post/2026/04/07/die-lieblinge-des-feuilletons/
(3) https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/rechtsextremismus-rechtspopulismus/alter-rassismus-in-neuem-gewand-die-neue-rechte/
(4) https://www.facebook.com/315928578893376/photos/du%C5%A1an-dostani%C4%87-einer-der-redner-der-sommerakademiewie-bereits-in-unserem-aufruf-/464651930687706/?_rdr
(5)
https://www.belltower.news/seitenwechsel-in-halle-blau-braune-buechermesse-an-der-saale-162953/
(6)
https://lotta-magazin.de/ausgabe/99/von-kriegern-waldgangern-und-todgeweihten-mannern/
(7)
https://www.endstation-rechts.de/news/neurechte-winterakademie-der-ostdeutschen-provinz
(8)
https://de.wikipedia.org/wiki/Dominik_Kaufner
(9)
https://www.die-linke-thl.de/aktuelles/startseite/detail/news/bundesweites-neonazistisches-vern

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Zur Verharmlosung der „Neuen Rechten“ durch unseriöse Medien

Dass manchen der Rechtsruck nicht schnell genug gehen kann – oder sie zumindest möglichst schnell davon profitieren wollen, zeigt sich derzeit an vielen Stellen in der deutschen Medienlandschaft. Ein aktuelles Beispiel stellen die Medienunternehmungen von Holger Friedrich dar, der die „Berliner Zeitung“ zu seinem Privatvergnügen umgebaut hat und nun mit der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (OAZ) eine Stimme des Ostens inszeniert. Diese selbsternannte Vertretung besteht vor allem darin, extrem rechte Positionen über Lokalkolorit salonfähig zu machen – egal, ob dessen prominenteste Vertreter*innen wie Höcke oder Kubitschek eigentlich aus dem Westen kommen und nur hier siedeln, um für ihre Ziele „vom Osten“ zu profitieren.

Dass die Neue Rechte mediale Aufmerksamkeit erhält, mit der sie meist recht gut umzugehen weiß, ist leider nichts Neues, aber derzeit auf einem neuen Höhepunkt angelangt. Die oben genannte OAZ bspw. engagierte Bernd Zeller als Journalist, der 2019 durch seine Veröffentlichung mit dem Titel „Die Sprache des Grünen Reichs“ negativ auffiel und sich offenbar immer weiter nach rechts bewegt, was u.a. daran festgemacht werden kann, dass er als Funktionär bei der faschistischen Buchmesse von Susanne Dagen auftrat, welche im November wieder in Halle stattfinden soll. Der „Ostdeutsche Verlag“, in dem die OAZ erscheint, war letztes Jahr bei der Halleschen Buchmesse ebenfalls mit einem eigenen Stand vor Ort (1).

Einen weiteren Peak erreichte die BZ-Journalistin Sophie-Marie Schulz, als sie sich darum bemühte, von einem vermeintlich nicht-rechten Standpunkt aus für Verständnis zu werben. So schrieb sie über die Buchmesse in Halle, bei der ganz offen zahlreiche Neonazis unterwegs waren, dass dort das „Gefühl der Zensur“ die Leute zusammengebracht habe und es dort Bücher gäbe, die sonst „keiner lesen“ dürfe (2). Bei dem antifaschistischen Gegenprotest sieht sie selbstverständlich kein Gefühl der Bedrohung, sondern schlicht Störer*innen. Weitere Höhepunkte journalistischer Qualität sind z.B. bei Artikeln wie „Vom grünen Idealisten zum AfD-Wähler“ zu finden, der sich mehr als Ulf Poschardts inneren Monolog denn als eine ernsthafte Reportage liest (3).

Ihre Mission für mehr Verständnis für Rechte zu sorgen, verfolgt Schulz jetzt mit einem Bericht über das Filmprojekt „Meeting Götz“, welches so tut, als hätte es noch nie eine Home Story aus Schnellroda gegeben (4). Es geht dabei darum, dass Birgit Bergmann und Gregor Centner dem Faschisten Götz Kubitschek lang und breit die Gelegenheit geben, sich selbst zu verharmlosen, was damit begründet wird, dass Centner auf derselben Schule wie Kubitschek war und sich ganz anders entwickelt hätte. Und in der Tat produziert die elitäre Ravensburger Schule der beiden eine große Diversität: Der eine ist ein Faschist, der andere verteidigt ihn. Schulz prüft diese sehr deutsche Vielfalt nicht, vielmehr gibt sie den Filmemacher*innen in einem eingeordneten Interview lang und breit die Gelegenheit, sich etwa darüber zu beklagen, dass angeblich niemand bei unseren Protesten in Schnellroda mit Centner reden wollte („Später habe ich versucht, mit der Antifa zu sprechen. Sie wollten nicht. Nur die Polizisten haben sich mit mir unterhalten.“). Am Ende lässt sich der Take, der sowohl in der Berliner Zeitung als auch in der OAZ veröffentlicht wurde, weil er für die Agenda von Holger Friedrich so schön passt, darauf zusammendampfen, dass Kubitschek ja auch menschlich sei und man dessen ach so spannenden Gedanken integrieren müsste (5)

Besonders dreist ist allerdings allein der Gedanke, dass Centner behauptet, mit seinem Film irgendeinen Widerspruch in antifaschistischer Politik aufgezeigt zu haben. Centner will nicht einmal die Frage beantworten, ob Kubitschek gefährlich sei und seineangeblich progressive Einstellung ist so aufgesetzt, dass sie von Kubitscheks Plattitüden ins Wanken gebracht wird.

Denn das Drehbuch „Linker redet mit Faschist, kritisiert die Ausgrenzung durch das eigene Lager und hat bahnbrechende Erkenntnisse“ wurde in den letzten Jahren so oft gebraucht, dass es absolut lächerlich ist, den Leser*innen sowas schon wieder vorzusetzen. Wir vermuten, es gibt einigen das Gefühl, mit der Aufgabe jeglicher demokratischer Grundwerte auch noch das richtige zu tun – ein Gefühl, was OAZ/BZ, WELT und ZEIT wohl sehr gerne monetarisieren.

Verweise:
(1) https://www.blaetter.de/ausgabe/2026/april/holger-friedrich-und-die-oaz-wie-ein-verleger-demokratiefeinde-hofiert
(2) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/die-verbotenen-buecher-ein-tag-auf-der-buchmesse-seitenwechsel-in-halle-an-der-saale-li.10004728
(3) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/vom-gruenen-idealisten-zum-afd-waehler-das-fuehlt-sich-an-wie-ein-schuss-ins-eigene-kniedas-sind-linksradikale-faschisten-warum-ein-frueherer-gruener-heute-die-afd-waehlt-von-den-gruenen-zur-afd-ich-setzte-mein-kreuz-an-einer-stelle-an-der-ich-mir-ins-eigene-knie-schiesse-li.2347026
(4) https://www.imdb.com/de/title/tt40573728/
(5) https://ostdeutscheallgemeine.com/article/meeting-10026892

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Die Lieblinge des Feuilletons?

Im Januar 2019 sind die drei Kameraden Philip Stein, Jörg Dittus und Volker Zierke nach Rom gereist, um an einem Aufmarsch der faschistischen Bewegung „Casapound“ teilzunehmen. Traditionell gehört der „Römische Gruß“ zu dieser Veranstaltung und so konnten sich die drei deutschen Neonazis gleich ganz befreit fühlen, denn der Bezug zum historischen Faschismus wird dort offen ausgelebt.
In Deutschland haben sich Stein, Dittus und Zierke immer wieder in Mimikry versucht: Einerseits hängt man in offen faschistischen Kreisen herum, ist im völkischen Verlagswesen beim „Verlag Antaios“ und beim „Jungeuropa-Verlag“ sowie in der „Identitären Bewegung“ als Oberfunktionär engagiert und nimmt mutmaßlich an Angriffen auf Andersdenkende teil. Andererseits möchte man dann doch vom Bürgertum anerkannt und für die eigenen Textversuche gelobt werden.
Letzteres ist Zierke jetzt gelungen – nicht, weil er sich in irgendeiner Form „gemäßigt“ hätte, sondern weil einige deutsche Journalist*innen kein Problem mehr damit haben, faschistische Agitator*innen in ihren Texten zu bewerben. So besprechen Mariam Lau (ZEIT) und Tilman Krause (WELT) nicht nur Zierkes Buch „Herrengedeck“, sondern bemühen sich auch, ihn insgesamt in ihren Diskurs aufzunehmen. In viel zu vielen Zeilen schwärmen sie davon, dass ja auch ein Rechter tiefsinnig sein kann. Zierke sei ein „Zweifler und Melancholiker“ (Lau) bzw. „Grübler auf der Suche nach Sinn“ (Krause).
Die offensichtliche Verbreitung faschistischer Propaganda wie die Menschenfeindlichkeit des Buches werden gerne ignoriert oder als aufregend-authentische oder gar verständliche Einsichten präsentiert (Krause: „Als eine Gruppe aus dem Queer-Studies-Seminar im entsprechenden Outfit durch den Caravaggio-Raum zieht, tut sich ästhetischer Abscheu kund. Doch dafür braucht man ja nicht rechtsradikal zu sein.“), die bei Lau absurderweise dazu führen, dass der Behauptung Raum gegeben wird, der Gründungskongress der AfD-Jugend in Gießen sei praktisch harmlos gewesen (Lau: „Auf viele mögen die Reden und Slogans des Gründungsparteitags bedrohlich radikal gewirkt haben. Für Zierke waren da eine Menge Floskeln, die mühsam verbergen sollten, dass es hier für die Mutterpartei schlicht darum ging, einen Jugendverband besser unter Kontrolle zu bekommen.“).
Bei so viel Bereitschaft zur Selbstaufgabe demokratischer Mindeststandards wundert es nicht, dass weder Lau noch Krause vor Augen haben, dass Volker Zierke nicht nur zu den Neonazis der IB gehört, im Umfeld von Björn Höcke an einem völkischen Umsturz arbeitet, sondern schon bewiesen hat, dass er in einer Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner bereit ist, ein Messer zu ziehen. Gerade der Kulturbereich muss sich gegen diese Selbstaufgabe endlich wehren, falls er seine eigene Freiheit verteidigen will.

Kritik an Laus Rezension: https://taz.de/Rechte-Literatur-in-der-Zeit/!6137211/
Recherche zum Aufmarsch der Casapound: https://lsa-rechtsaussen.net/roemische-gruesse-nach-deutschland/
Volker Zierke und die Gewalt: https://taz.de/Sozialstunden-fuer-Messeropfer/!5492909/
Die erwähnten Rezensionen:
https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article69c11a9d8f5761671715c671/jung-maennlich-rechts-christdemokratie-bekaemen-wir-dann-von-leuten-die-nicht-wissen-wie-die-funktioniert.html
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-12/herrengedeck-volker-zierke-afd-neue-rechte-dresden

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Fascho-Sommerfest in Schnellroda? Widersetzen!

Im Juli wird höchstwahrscheinlich wieder das jährliche Sommerfest des faschistischen Verlag Antaios in Schnellroda (Saalekreis) stattfinden. Es geht zumeist von Samstag auf Sonntag und zieht bis zu 600 völkische Akvitist*innen, Burschenschafter, AfD-Politiker*innen, faschistische Funktionär*innen und militante Neonazis an.

Dort wollen sie das ca. 200 Einwohner*innen zählende Dorf in Sachsen-Anhalt in Beschlag nehmen, um angesichts des Rechtsrucks zu triumphieren, sich zu vernetzen und Propaganda zu verbreiten. Die Vernetzungstreffen in Schnellroda sind ein zentraler Kulminationspunkt für die völkische Szene geworden – hier versichert man sich der antisemitischen, rassistischen, sexistischen und queerfeindlichen Politik, vergibt Posten und nimmt Propagandamaterial, Talking Points und Kontakte mit nach Hause.

Und die Spickzettel, die Schnellroda für faschistische Funktionär*innen vorbereitet, haben es in sich: Rassistische Remigrationsfantasien, Abschaffung der Demokratie, völkischer Umsturz.

Ein erfolgreiches Treffen in Schnellroda heißt also, dass die faschistischen Strukturen bundesweit profitieren: Hier werden Menschen in die Szene eingeführt und dabei unterstützt, völkische Stützpunkte aufzubauen und durch die AfD die Faschisierung voranzutreben.

Für Antifaschist*innen gibt es also nichts zu feiern beim Sommerfest. Vielmehr gilt es, das ungestörte und gemütliche Zusammentreffen der Menschenfeind*innen unmöglich zu machen. Es ist an der Zeit, dass Schnellroda als bundesweites Problem in den Fokus genommen wird und der rechte Spuk rund um Götz Kubitschek endlich beendet wird.

Deshalb rufen wir dazu auf: Kommt im Sommer in den Saalekreis und macht deutlich, dass Schluss ist mit der Fascho-Feierei. Keine Ruhe für das Sommerfest, denn wir widersetzen uns!

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Gegen die »Neue Rechte« in Schnellroda: Dokumentation 2019

Wie schon für die Jahre 2016-2018 haben wir auch für das Protestgeschehen im Jahr 2019 eine Dokumentation angelegt, in der alle Redebeiträge, Aufrufe usw. nachgelesen werden können. Derzeit arbeiten wir an der Dokumentation von 2020-2025.

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Bericht: Protest gegen die Winterakademie des ehemaligen IfS in Schnellroda am 25.01.2026

In Schnellroda fand am Wochenende vom 23. bis 25. Januar die sogenannte „Winterakademie“ des ehemaligen Instituts für Staatspolitik (IfS) unter dem Motto der Selbstoptimierung statt. Am Sonntag fanden sich zu diesem Anlass zwischenzeitlich bis zu 100 Antifaschist*innen gegenüber dem Gasthaus „Zum Schäfchen“ ein, um gegen die Veranstaltung der Neuen Rechten zu demonstrieren. Der angemeldete Kundgebungsplatz wurde mutmaßlich über Nacht von den Teilnehmer*innen der Winterakademie mit Wasser übergossen – in der Hoffnung, die Fläche möge dadurch möglichst rutschig sein und den antifaschistischen Protest vertreiben. Hingepackt hat es von antifaschistischer Seite aus allerdings niemanden. Dafür wurde die Kundegebungsfläche vergrößert, so dass nun neben dem Gehweg, der in der Zwischenzeit gestreut wurde, auch die Straße genutzt werden konnte. 

Da sich bei eisigen Temperaturen so viele Menschen an einem Sonntagnachmittag auf den Weg nach Schnellroda machten, konnte der neu dazu gewonnene Platz gut gefüllt werden. Dank der tollen Verpflegung durch KLinke e.V. waren alle Antifaschist*innen gut versorgt mit Essen und heißen Getränken, wodurch es sich länger in der Kälte aushalten ließ. Die Ausdauer und Geduld der Gegendemonstrant*innen wurde an diesem Tag mehrfach unter Beweis gestellt. Vor allem bei Provokationen durch Besucher*innen der Winterakademie, die immer wieder die Nähe der Kundgebung suchten und größtenteils verbal, teilweise auch körperlich Antifaschist*innen angingen (an dieser Stelle soll die hohe Gewaltbereitschaft der Rechten, die in den vorangeganenen Tagen gezielt Journalist*innen und Fotograf*innen bedroht und angegriffen haben, nicht unerwähnt bleiben). Schon allein die Präsenz antifaschistischer Protestierender oder von kritischer Presse gilt den extrem Rechten als Provokation und wird gewaltsam bekämpft. Unsere Teilnehmer*innen ließen sich aber nicht beirren.

Die lokale rechte Prominenz ließ sich am Sonntag auch beim Protest blicken, mussten doch die Ortsansässigen in Form von Ellen Kositza und Götz Kubitschek sowie sein Bruder direkt an der Kundgebung in Richtung Wohnhaus vorbei. Ebenfalls mehrfach in Erscheinung trat der „IB Deutschland“-Chef Maximilian Märkl, der für seine zeitgleiche Mitgliedschaft bei der AfD sowie der Identitären Bewegung (trotz offiziellem Unvereinbarkeitsbeschluss) in jüngster Vergangenheit für ein gewisses Aufsehen sorgte. Der ebenfalls an dem Wochenende anwesende Martin Sellner war wohl Sonntag bereits abgereist.

Am Tag zuvor bildete er zusammen mit u.a. Götz Kubitschek, der „Jungen Tat“ aus der Schweiz und weiteren Faschist*innen die „Tatgemeinschaft Schnellroda“, wie das von Recherche Nord genannt wurde. Denn zahlreiche Teilnehmer der Winterakademie griffen am Samstag, also einem Tag vor dem Protest, kritische Journalist*innen an, angeführt von Götz Kubitschek. Die Journalist*innen wurden gewalttätig angegangen, Funkgeräte wurden zerstört und private Gegenstände gestohlen. Es wird wegen Körperverletzung, Beleidigung und Diebstahl ermittelt. Das zeigt, wie sich die Rechten die Durchsetzung einer völkischen Hegemonie konkret vorstellen.

Beim Bedrängen der Kundgebung tat sich mehrfach eine Gruppe aus der Schweiz um Manuel Corchia und Tobias Lingg hervor, beide sind bei der bereits erwähnten neonazistischen Organisation „Junge Tat“ organisiert. Hier ließ man den Rest des Programms der Winterakademie unbeachtet, um mehrfach zu versuchen, Kundgebungsteilnehmer*innen anzugehen, was von der Polizei anfänglich ignoriert wurde. Man versuchte die Bühne, die die ansonsten sinnlose Hamburger Gitter bieten sollten, zu nutzen, um Content für das nächste Instagram-Video und die damit einhergehende Machtprojektion zu nutzen. Corchia selbst befand sich gegen Ende der Störaktion für kurze Zeit mutmaßlich in einer polizeilichen Maßnahme, was noch einmal unterstreicht, wie dringend das Bedürfnis der extremen Rechten ist, Gegenprotest zu bedrängen und zu bedrohen.

Inhaltlich wurde auch nicht viel Neues geboten, was die Teilnehmer*innen vom Überfallen der kritischen Opposition hätte abhalten können: Märkl redete über rechtes Dopamin, Sellner über „Selbstdisziplin“, die offenkunding bei der „Neuen Rechten“ wenig ausgeprägt ist und sicher werden Erik Lehnert, Götz Kubitschek und Benedikt Kaiser Vorträge recycled haben. In Schnellroda muss man sich keine Mühe mehr geben, weil der Kern woanders liegt: Es geht darum, zur Tatgemeinschaft zu gehören. So schrieb Götz Kubitschek unfreiwillig ehrlich am 26. Januar 2026 in der „Sezession“ über die Winterakademie, dass sie der Initiation neuer Kader diene. Schnellroda soll das Eingangstor zur völkischen Bewegung sein.

Bei uns kamen Redebeiträge u.a. von Halle gegen Rechts und dem Bündnis Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage, in denen sich mit den Aktivitäten des ehemaligen IfS und des Verlags Antaios auseinandergesetzt wurde. Grußworte aus Leipzig kamen u.a. von Reclaim Antifa, Leipzig nimmt Platz. Aus dem Saalekreis sprach „Maximal.demokratisch“. Am Sonntag zog die Kundgebung dann nach einigen Redebeiträgen als Demonstrationszug durch das Dorf, um laut und entschlossen deutlich zu machen, was sie von Kubitscheks Antaios Verlag, dem Schäfchen und der Winterakademie hält und um zu zeigen, dass es keine unwidersprochene Vernetzung von extremen Rechten in Schnellroda geben wird. Nach Ende der Kundgebung gegen die Winterakademie im Schäfchen machten sich viele Teilnehmer*innen auf den Weg in das ca. 30 Autominuten entfernte Schkopau (ebenfalls Saalekreis). Dort fand die zweite Kundgebung gegen das im Jahr 2020 gekaufte und heute „Villa Barbarossa“ genannte IB-Zentrum, ein Haus in dem verschiedene Aktivisten und Firmen aus dem Umfeld der Identitären Bewegung gemeldet sind (z.T. wird auch von einem Nachfolgeprojekt des IB-Hauses in Halle gesprochen). Dort machten verschiedene Lokalpolitiker*innen sowie weitere Vertreter*innen der Zivilgesellschaft aus dem Raum Saalekreis ihrem Unmut darüber Luft, dass sich Rechte unwidersprochen bei ihnen ausbreiten können. Es ist die entschiedene Absicht der Aktiven, sich dauerhaft mit dem faschistischen Zentrum auseinanderzusetzen und der IB zukünftig ihr ruhiges Domizil zu vermiesen, was wir sehr unterstützen!

Quellen:
    
https://www.recherche-nord.com/gallery/2026.01.24.S.html
https://www.mz.de/lokal/merseburg/ubergriffe-auf-journalisten-bei-rechtsextremen-treffen-im-saalekreis-kritik-am-einsatz-der-polizei-4193640
https://taz.de/Rechtes-Treffen-in-Schnellroda/!6150355/
https://antifainfoblatt.de/aib143/villa-schkopau-identitaerer-rueckzugsraum
https://dubisthalle.de/nazis-die-villen-wegnehmen-identitaeres-projekt-beenden-rund-130-teilnehmer-bei-demo-in-schkopau/

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Antifa im Doppelpack: Gegen die faschistischen Zentren in Schnellroda und Schkopau!

Wenn es etwas gibt, was Faschist*innen gut können, dann ist es Selbstmitleid, der sich aber nicht als solcher zu erkennen gibt: Man beklagt die Unterdrückung des „deutschen Mannes“, aber will nicht wehleidig wirken. Man jammert über vermeintlich hohe Anforderungen, aber darf nicht unsicher sein. Man heult angesichts antifaschistischer Kritik, aber suhlt sich im gleichem Atemzug in Verbotsfantasien.

Bei den faschistischen Oberdenkern in Schnellroda drückt man das natürlich etwas gewählter aus als bei den gemeinen Incels: „Amor Fati“, also Liebe zum Schicksal, heißt es dort, in Verzerrung von Nietzsches Konzept. Konkret heißt das: Die Faschist*innen können sich beschweren, aber unterwerfen sich gleichzeitig ihrem angeblich schweren Los, Andersdenkenden und Marginalisierte zu bekämpfen und zu unterwerfen.

Um diesem Kampf besonders erfolgreich führen zu können, beschäftigt man sich bei der nächsten Winterakademie des „Verlag Antaios“ vom 23. bis zum 25. Januar mit der „Selbstoptimierung“, wozu die faschistische Schmalspurversion der „Amor Fati“ gehört. Auch sonst basiert das optimierte Selbst eines dort hinreisenden Identitären, eines Burschis oder eines AfD-Faschos meist mehr auf der demonstrativen Möglichkeit, körperliche Gewalt anwenden zu können und auf der Vorstellung, zur völkischen Elite zu gehören.

Ähnlich wenig Substanz ist von der gesamten Winterakademie zu erwarten, die wohl wie immer von Leuten wie Erik Lehnert (Mitarbeiter AfD-Fraktion Brandenburg), Benedikt Kaiser (Mitarbeiter AfD-MdB), Mario Müller (Mitarbeiter AfD-MdB), Martin Sellner (u.a. IB) und Götz Kubitschek zusammengesponnen werden wird.

Es geht aber auch nicht um den Inhalt, sondern um die Vernetzung von Ultra-Reaktionären, militanten Neonazis, AfD-Politiker*innen und anderen Faschist*innen. Dabei setzt man in Schnellroda auf die rhetorische Verrohung, die von dem „Vorfeld“ der AfD dann umgesetzt und die Breite getragen werden soll. Ein Ort dieser Umsetzung findet sich im nicht weit entfernten Ort Schkopau, wo Funktionäre der faschistischen Identitären Bewegung (IB) die „IB-Villa“ betreiben, wo sich zahlreiche, von der AfD letztlich querfinanzierte Propaganda-Agenturen angesiedelt haben.

An beiden Orten geht es darum, Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus und Autoritarismus im Rahmen eines faschistischen Programms zu vertreten und dafür die politische Macht zu organisieren. Was ihnen kurzfristig vorschwebt, sieht man in den USA im Trumpismus: Man feiert mordende ICE-Beamte, blickt  euphorisch auf Repression gegen Linke und Antifaschist*innen oder wünscht sich direkt einen Umsturz auf Trumps Befehl.

Aber auch wenn die selbsternannte „Neue Rechte“ sich aufgrund des Trumpismus und der AfD-Umfrageerfolge in Sachsen-Anhalt im Aufwind sieht, ist das aber noch längst kein Selbstläufer: Überall auf der Welt gehen Millionen von Menschen gegen den Faschismus auf die Straße, weisen die völkische Propaganda zurück, organisieren sich gegen Menschenfeindlichkeit und Repression.

In diesem Sinne gilt für uns auch im Jahr 2026 und gerade in Sachsen-Anhalt, dass es kein ruhiges Hinterland für Faschist*innen gibt. Deshalb rufen wir am 25. Januar nicht nur in Schnellroda zum Protest auf (12-15 Uhr), sondern fahren danach auch gemeinsam nach Schkopau (16-17 Uhr), wo wir die Kundgebung des Bündnisses Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage supporten!

Also: Kommt am 25. Januar 2026 mit nach Schnellroda und Schkopau!

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Schnellroda, 21.9.: Protest gegen die Studientage, „Motto ist in Arbeit“

Aufruf zum Protest gegen die Sommerakademie in Schnellroda am 21.9.2025 ab 12 Uhr vor dem Gasthof "Zum Schäfchen"

Entweder Kubitschek hat bei seinen faschistischen Marketing-Events in Schnellroda den Überblick verloren oder man fühlt sich besonders schlau. Denn vom 19. bis zum 21. September findet wieder eine „Sommerakademie“ statt, die auch so genannt wird. Zwischendurch – nach der Auflösung des Vereins „Institut für Staatspolitik“ (IfS) – wurden die Sommer- und Winterakademien alternativ als „Studientage“ bezeichnet. Jetzt kehrt man kommentarlos zur alten Bezeichnung zurück. Entweder man möchte also allen auf die Nase binden, dass das IfS genauso weiter existiert wie zuvor oder man hat da was verwechselt. Denn schon am 6. September fand eine Verkaufsveranstaltung mit dem verurteilten Volksverhetzer Aron Pielka in Schnellroda statt, wo Propaganda-Bücher an dafür extra anreisende Faschist*innen verscherbelt wurden. Man kann erwarten, dass die Sommerakademie ebenfalls wie bisher eine Verkaufsveranstaltung für Bücher des Verlags Antaios wird, die die Beutel der anreisenden IB-Kader, Burschenschafter, Neonazis, Online-Faschist*innen, AfD-Karrierist*innen und völkischen Esoteriker*innen und bei Kubitschek die Kasse füllen sollen.

Das ausgesuchte Thema ist in diesem Jahr die „Arbeit“, aber geboten wird das, was immer geboten wird: Die üblichen IfS-Referenten werden ihre üblichen Thesen verbreiten und den einen oder anderen launigen Exkurs zum eigentlichen Thema bringen. Da die Referent*innen aufgrund der öffentlichen Kritik nicht mehr angegeben werden, haben wir nur die Themen, deren Ausgestaltung aber jeder Person klar ist, die sich mit dem IfS beschäftigt hat. So wird Ex-Institutsdirektor Erik Lehnert (AfD-Mitarbeiter) die Einleitung übernehmen und den Bezug zur AfD herstellen (mutmaßliches Thema: „Arbeit, Wohlstand, AfD“). Benedikt Kaiser darf sich wieder als Marx-Kenner inszenieren und seine verflachte Interpretation zum Ausgangspunkt eines anti-linken „solidarischen Patriotismus“ erklären (mutmaßliches Thema: „Arbeit im Denken von Marx, Arendt und Gehlen“). 

Kubitschek wird den prestigeträchtigeren Teil übernehmen und möglicherweise über Ernst Jüngers Werk „Der Arbeiter“ referieren. Die positive Bezugnahme auf Jünger zeigt dann auch, was von dem IfS und der „Neuen Rechten“ zu erwarten ist – und zwar auf zwei Ebenen. Zum ersten war Jünger ein Faschist. Er war Teil rechtsextremer Freikorps-Strukturen, die Linke ermordet haben. Er veröffentlichte im „Völkischen Beobachter“, sah die NSDAP als Hoffnung für Deutschland und wollte um jeden Preis sowohl die bürgerliche Republik als auch sozialistische Gegenmodelle zerstören. In der Schrift „Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt“ geht es um sein Plädoyer, die kapitalistische Moderne ohne Demokratie und Gleichheit zu gestalten, sondern im Sinne eines faschistischen Korporatismus. Der Arbeiter soll die Zukunft sein, aber eben nicht als Teil einer Klasse und damit als selbstständiger Akteur in der Geschichte (wie im Marxismus) oder als Individuum mit allen theoretischen Rechten (wie im Liberalismus), sondern als Rädchen im Getriebe, welches seinen Platz kennt und in der nationalen Diktatur fremdbestimmt und geleitet wird.

Wer die Leitung übernehmen will, ist dann auch klar: Das ist die selbsternannte Elite aus Schnellroda. Wie Jünger Mitglied in einem Freikorps war, ist Kubitschek Mitglied der „Deutschen Gildenschaft“, ein zumindest teilweise völkischer Verbund von Akademiker*innen, deren Netzwerke beanspruchen, eine Führungsrolle einzunehmen. Und so ist es auch mit der rechten Perspektive auf die Arbeit: Gut ist, wenn es jemand anderes macht. Deshalb ist es auch kein Widerspruch, dass die AfD sowohl nominell soziale Forderungen auf ihre Wahlplakate schreibt (gegen Arbeitslosigkeit z.B.) als auch klassische neoliberale Positionen in ihrem Wahlprogramm dominant stehen hat. Denn arbeiten sollen alle, aber eben nicht auf Basis von Selbstbestimmung, sondern als Zwang und dem Kapital zu 100% unterworfen. Deshalb bekämpft die AfD jeden Streik und die Gewerkschaften.

Das Lob der „nationalen Arbeit“ bedeutet also Unrecht, Unterdrückung und Ausbeutung für alle, die leider kein Ticket für die Sommerakademie bekommen. Dieser „Elite“ sagen wir deshalb: Geht arbeiten! Oder auch nicht. Aber solange ihr euch politisch betätigt, seid ihr ein Angriff auf jede Form sozialer Rechte und eine Bedrohung für alle anderen. Deshalb wollen und werden wir euch das Handwerk legen!

Alle, die dabei mitmachen wollen, sind herzlich am 21. September ab 12 Uhr nach Schnellroda (vor dem Gasthof „Zum Schäfchen“) zu unserem Proteste „Motto ist in Arbeit“ und zur Verlängerung des Antifa-Sommers eingeladen!

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Save the date: Antifa-Sommer geht in die Verlängerung!

Antifa-Sommer geht in die Verlängerung!
Schnellroda, 21.09.2025, 12 Uhr, Gasthof "Zum Schäfchen"

Save the date: Vom 19. bis zum 21.9.2025 finden die Sommer-Studientage (früher Sommerakademie) der extremen Rechten in Schnellroda statt. Götz Kubitschek lädt ein, damit sich Faschist*innen vernetzen, mit Propaganda eindecken und die nächsten menschenverachtenden Schritte planen können. Ihr Motto ist in diesem Jahr „Arbeit“. Warum das für alle, die lohnabhängig beschäftigt sind, nichts Gutes heißt und was sie damit meinen, darauf gehen wir in unserem Aufruf noch ein. Jetzt heißt es erstmal: Der Sommer endet am 21.9., aber erst nach unserer Demo. Deshalb sehen wir uns um 12 Uhr vor dem Schäfchen!

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Alles muss man selber machen: Nazi-Propaganda umblättern!

Am 9. August findet auf dem Gelände des ehemaligen AfD-Chefs André Poggenburg, der Kritiker*innen schon als „Wucherungen am deutschen Volkskörper“ bezeichnete, in Stößen das Sommerfest des faschistischen „Compact“-Magazins statt.

Während das Fest im letzten Jahr aufgrund des Verbotsverfahrens untersagt wurde, soll es nun umso größer wieder stattfinden. Konkret heißt das, dass völkische Medienleute, AfD-Politiker*innen, Neonazis, Identitäre und viele weitere aus der extrem rechten Szene bis zu 45 Euro pro Person für ein Ticket ausgeben werden, um dort etwa antidemokratische Musik (u.a. Rechtsrock von Sascha Korn) zu hören, Bratwurst mit Rassisten (u.a. Martin Sellner) zu essen und sich der neuesten antisemitischen Verschwörungsideologie zu widmen (vielleicht vermarktet vom langjährigen Ideologen Ken Jebsen).

Dieses Event zur Vernetzung faschistischer Akteur*innen und zur Verbreitung von menschenverachtender Propaganda findet in dem Ortsteil Nöbeditz des kleinen Ortes Stößen im Burgenlandkreis statt. Und auch wenn Poggenburg mutmaßlich aufgrund gekränkter Eitelkeit nicht mehr zur AfD gehört, fühlt man sich beim Sommerfest mit Blick auf die Region wohl blendend. Denn dort haben über 40 Prozent bei der letzten Bundestagswahl die AfD gewählt, die das umsetzen will, was bei „Compact“ formuliert wird. Die Rechten wollen sich dort wohlfühlen.

Aber: Seit einigen Jahren gibt es einen stabilen Protest gegen das Sommerfest. Der Protest, der vom Zeitzer Bündnis für Vielfalt und Demokratie getragen wird, zeigt den Rechten und allen Unentschlossenen deutlich, dass es eben nicht akzeptabel ist, wenn grundlegende Menschenrechte zerstört werden und wenn Faschist*innen ihre antisemitische, rassistische, sexistische und queerfeindliche Propaganda von Stößen aus in die Welt senden, wenn in jeder Bahnhofsbuchhandlung Rassetheorien zum Kauf angeboten werden, wenn Apple Music und Spotify offensichtlich nichts dabei finden, völkische Musik zu monetarisieren und wenn sich etliche extrem Rechte ungestört treffen wollen.

Um ein starkes Zeichen zu setzen, braucht das Bündnis für Vielfalt und Demokratie Zeitz Unterstützung. Deshalb rufen wir dazu auf, mit nach Stößen zu kommen und am 9. August gegen die extreme Rechte zu demonstrieren. Kommt ab 9 Uhr nach Stößen/Nöbeditz, seid laut und versaut Poggenburg, Elsässer und Co. die Partystimmung!

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