Dirk Alt – Zwischen Bildungsauftrag und Faschismus

Der 1982 in Hannover geborene Historiker Dirk Alt wird von ‚Kinofenster‘ als Autor geführt. ‚Kinofenster‘ ist ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung, welches sich die Medienbildung für Schüler:innen auf die Fahne geschrieben hat. Darüber hinaus ist er in mehreren bildungspolitischen Projekten und Vereinen aktiv, die sich mit Filmen und Filmgeschichte beschäftigen (z. B. Gesellschaft für Filmstudien, Filminstitut Hannover, Politische Bildungsstätte Helmstedt). Sie richten sich insbesondere an Schüler:innen, ein Schwerpunkt ist das Thema Nationalsozialismus.

Jüngst trat er zudem als Autor der faschistischen Zeitschrift ‚Sezession‘, herausgegeben von Götz Kubitschek, in Erscheinung. Erstmalig verfasste er für die ‚Sezession‘ im Heft 94 (Januar/Februar 2020) einen Artikel. Auch im darauffolgenden Heft 95 (März/April 2020) publizierte er in der ‚Sezession‘, weitere Artikel sind angekündigt. Zuvor schrieb er bereits 2019 einen Beitrag für den extrem rechten Blog ‚Achse des Guten‘.

Inhaltlich auffällig ist vor allem die biologistische Sprache. So schreibt er in der ‚Sezession‘ 95 von den „Minderbemittelten“. In einem weiteren Artikel über einen Vortragsabend mit Christoph Giesa und Klaus Schenk Graf von Stauffenberg ergeht sich Alt in despektierlichen Beschreibungen über das Aussehen und die vermeintliche Schwäche der Einladenden (‚Sezession‘ 94). Er beschäftigt sich also nicht mehr nur mit Filmen, sondern bedient mittlerweile das gesamte thematische Spektrum der ‚Neuen Rechten‘.

Auch nach versuchter Kontaktaufnahme mit dem ‚Kinofenster‘ erhielten wir keine Stellungnahme, warum sie einen Autor führen, der nun für eine faschistische Zeitschrift schreibt. Wir fordern daher, dass alle genannten Institutionen die Zusammenarbeit mit Dirk Alt beenden. Wir halten es für unverantwortlich, dass ein Autor einer faschistischen Zeitschrift mit der Bildung von Schüler:innen beauftragt ist.

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